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Überblick Land & Leute

Land & Leute in Kolumbien

Was macht Kolumbien einzigartig?

Kolumbien ist ein Land der Gegensätze. Das lateinamerikanische Land am Äquator überrascht Besucher mit einer einmaligen und abwechslungsreichen Landschaft wie sie kein anderes Land Mittel- und Südamerika bietet.
Neben einer Pazifikküste locken vor allem die wunderschönen Badestrände an der türkisfarbenen Atlantikküste mit ihrem typischen Karibikflair. Während reißende Ströme zu aufregenden Raftingtouren einladen, fühlt man sich bei einer Fahrt auf dem Amazonas durch den Regenwald eher wie die frühen Entdecker. Oder wie wäre es mit einer Expedition? Unzählige Natur- und Nationalparks laden zum Erkunden der großartigen Artenvielfalt bei einem Kolumbien Urlaub ein. Zum Wandern und Bergsteigen sowie für die eine oder andere Extremsportart eignen sich die drei mächtigen malerischen Kordilleren mit ihren schnee- und eisbedeckten Berggipfeln mit über 5.700 Meter, über denen der Andenkondor seine Kreise zieht.

Karibikküste in Kolumbien

Traumstrand an der kolumbianischen Karibikküste

Das Kulturerbe der spanischen Eroberer findet sich nicht nur in archäologischen Ausgrabungs- und UNESCO-Weltkulturstätten, sondern spiegelt sich ebenfalls im wunderschönen kolonialen Baustil einiger Dörfer und Städte wider. Die Kolumbianer sind lebensfrohe und gastfreundliche Menschen – sie „leben“ den Salsa.
Aufgrund Kolumbiens idealer geografischer Lage lässt sich das Land schnell und einfach aus der ganzen Welt erreichen. Das Flugangebot innerhalb des Landes ist ebenfalls bestens. Kolumbien ist mit seiner Vielfalt aus vier verschiedenen Klimaregionen ein attraktives und spannendes Top-Reiseziel, das es mit allen Sinnen zu erleben gilt.

1. Kolumbien – seine Geografie und die politische Gliederung

Kolumbien liegt im Nordwesten Südamerikas und grenzt sowohl an den Pazifik, als auch an den Atlantik. Die Nachbarstaaten sind im Nordosten Venezuela, im Südosten Brasilien, im Südwesten Ecuador und Peru sowie im Nordwesten Panama. Außerdem zählen einige kleinere Inseln sowie der nahe vor Nicaragua gelegene Archipel von San Andrés und Providencia zu Kolumbien.

Einzigartige Landschaft in Kolumbien

Panoramablick auf das grüne Weideland Kolumbiens

Der Äquator verläuft im Süden des Landes. Geografisch lässt sich Kolumbien in fünf verschiedene Naturräume unterteilen: das karibische Küstentiefland, Amazonien und Orinokien, das pazifische Küstentiefland sowie die Anden mit den drei in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Kordilleren (Westliche Kordillere, Zentralkordellere, Östliche Kordellere).

Das Land ist verwaltungstechnisch in 32 sogenannte „Departamentos“ mit jeweils einer Hauptstadt und mehreren Gemeinden unterteilt sowie einem zusätzlichen Hauptstadtdistrikt:
(Der Name der jeweiligen Hauptstadt steht in Klammern.)

Amazonas (Leticia)

Gelber Frosch im Amazonas

Frosch im kolumbianischen Amazonas

Das dünn besiedelte Departement im Südosten grenzt im Osten an Brasilien und im Süden an Peru. Leticia entstand aus der peruanischen Siedlung San Antonio. Sie ist mit Tabatinga auf brasilianischer Seite zusammengewachsen, Grenzkontrollen gibt es keine, denn dieser Teil des Departements ist ohnehin vom restlichen Straßennetz Kolumbiens durch den Regenwald abgeschnitten. Einst war der Kautschukanbau die Haupteinnahmequelle der Region. Heute leben die mehr als 40.000 Einwohner von Landwirtschaft, Fischfang, Holzabbau und dem Tourismus. Eine vielfältige Fauna und Flora lässt sich im knapp 60 Kilometer entfernten Nationalpark Amacayacu erkunden.

Antioquia (Medellin)

Diese Provinz grenzt im Norden an den Atlantik und ist reich an Bodenschätzen wie Gold, Silber, Erdöl, Kohle, Eisen und Blei. Daneben ist hier die lebensmittelverarbeitende sowie die Elektro- und Textilindustrie beheimatet. Außerdem werden Bananen und Kaffee angebaut.
Die Hauptstadt Medellin ist mit mehr als 3 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Kolumbiens und bietet mit der neuromanischen Kathedrale, dem Museo de Antioquia, einem computergesteuerten Planetarium und einer 384 Meter langen Freiluft-Rolltreppenkaskade gleich mehrere Sehenswürdigkeiten. Ganz abgesehen von den unzähligen Gartenanlagen und der Blumenvielfalt, die Medellin die Bezeichnung „Hauptstadt der Blumen“ einbrachte. Nicht umsonst, denn im Jahr 2014 war Kolumbien 450 Millionen Blumen der zweitwichtigste Schnittblumenexporteur der Welt. Einen Einblick in die immense Orchideenvielfalt bietet der Besuch des Nationalparks Las Orquídeas.

Arauca (Arauca)

Die Hauptstadt Arauca wurde 1780 gegründet und nach dem gleichnamigen Grenzfluss Arauca benannt, der im Norden und Osten als natürliche Grenze zu Venezuela dient. Die Haupteinnahmequelle der Region sind die Erdölförderung und eine extensive Rinderhaltung. In der Sierra Nevada del Cocuy befindet sich auf über 5.300 Meter das größte zusammenhängende Gletschergebiet des Landes.

Atlántico (Barranquilla)

Atlántico liegt im Norden mit dem wichtigsten internationalen Hafen in der Hauptstadt Barranquilla. Neben der Papier- und Metallverarbeitung ist hier vor allem die chemische und pharmazeutische Industrie angesiedelt. Außerdem setzt die Region auf Viehzucht und den Anbau von Zuckerrohr, Baumwolle und Sesam. Barranquilla ist auch der Geburtsort der international bekannten Sängerin Shakira. Mit mehr als 1,4 Millionen Einwohner ist Barranquilla die viertgrößte Stadt Kolumbiens; an Karneval platzt die Stadt aus allen Nähten. Es herrscht ein karibisch warmes Klima in den beliebten Badeorten wie Santa Marta.

Bolívar (Cartagena de Indias)

Cartagena in Kolumbien

Cartagena de Indias im Departamento Bolivar

Die Region befindet sich im Norden Kolumbiens und besitzt mit dem Hafen in Cartagena de Indias den wichtigsten Container- und Erdölhafen des Landes. Trotz Petrochemie und der Förderung von Bodenschätzen spielt die Viehzucht aufgrund der riesigen Weideflächen eine große Rolle. Das touristische Zentrum ist Cartagena mit ihrer einzigartigen Altstadt, die längst zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Als eine der schönsten Kolonialstädte Südamerikas gehen die Wurzeln auf die spanischen Konquistadoren zurück, die diese im Jahr 1533 gründeten. Heute leben mehr als 1 Million Menschen in der Hauptstadt.

Boyacá (Tunja)

Im Nordosten des Landes befindet sich das größte Smaragd-Schürfzentrum Kolumbiens und grenzt an Venezuela. Darüber hinaus spielt der Anbau von Kaffee, Tabak, Früchten und Weizen eine wirtschaftliche Rolle. Dennoch liegt eines der bedeutendsten Industriezentren mit einer Zement- und Getränkeherstellung sowie der Eisenverarbeitung in der Region. Historisch gesehen steht Boyacá vor allem für den endgültigen Sieg über Spanien. Sehenswert sind das wunderschöne Kolonialdorf Villa de Layva, der größte und auf 3.015 Meter liegende Hochandensee Laguna de Tota sowie die entspannenden und heilsamen Thermalbäder.
Die Hauptstadt Tunja ist die höchst gelegene Großstadt Kolumbiens und liegt in den Höhenzügen der Ostkordillere auf 2.800 Meter. Sie bietet unglaublich viele Kirchen und eine schöne Architektur.

Caldas (Manizales)

Das Haupt-Kaffeeanbaugebiet Kolumbiens liegt in der westlichen Kordillere. Die Industrie spielt eine geringere Rolle und beschränkt sich auf die Keramik- und Glasproduktion sowie die Leder- und Holzverarbeitung.
Die Hauptstadt Manizales ist bekannt für ihre vielen Universitäten und das jährlich stattfindende Theaterfestival. Die beinahe 400.000 Einwohner leben unweit des zweithöchsten aktiven Vulkans auf der nördlichen Halbkugel, dem Nevado del Ruiz, der zuletzt 2012 Asche ausstieß.
Manizales bietet Besuchern eine große Anzahl an Museen, beispielsweise das Geologische Museum, das Archäologische Museum, das Goldmuseum und Werke des Künstlers David Manzur im Kunstmuseum.

Caquetá (Florencia)

Die unter dem kolumbianischen Durchschnitt lebende Bevölkerung lebt von der Milchwirtschaft und Viehzucht. Trotz Erdölvorkommen wird in dem Gebiet östlich der Kordillere noch nicht gefördert. Im Südosten verläuft der Äquator durch das Departement und sorgt für ein tropisches Klima.
Es ist die Heimat vieler ethnischer Minderheiten indianischen Ursprungs. Mehr als 50 % der ohnehin geringen Bevölkerung lebt in der noch jungen Hauptstadt Florencia, die mit ihren rund 165.000 Einwohnern damit zur zweitgrößten kolumbianischen Stadt östlich der Anden avanciert. Aufgrund ihrer Lage wird sie auch häufig als das Tor zum Amazonas bezeichnet. Sehenswert ist der Parque Nacional de la Cueva de los Guácharos mit 9000 ha am Ostrand der Kordillere.

Casanare (Yopal)

Casanare erstreckt sich vom zentralen Hochland der Anden bis in den Osten des Landes. Neben der Rinderzucht lebt das Land vor allem vom Reisanbau und mittlerweile auch von der Erdölförderung.
Der Name der Hauptstadt geht zurück auf die Psychodroge Yopo, die aus der Rinde und dem Samen des Yopa-Baumes gewonnen wird. Yopal hat mittlerweile rund 150.000 Einwohner und damit ein fünfmal höheres Bevölkerungswachstum als andere kolumbianische Städte.

Cauca (Popayán)

Popoyan in Kolumbien

Popoyan im Departamento cauca

Cauca liegt im Südwesten Kolumbiens und grenzt im Westen an den Pazifik. Deshalb gehören auch die Insel Gorgona inklusive des Inselnationalparks sowie die Insel Malpelo zum Departement. Cauca besitzt den höchsten Anteil indianischer Bevölkerung und gilt als eine der ärmsten Provinzen des Landes. Die Landwirtschaft wird bestimmt durch den Anbau von Zuckerrohr, Mais, Weizen, Bananen und Kaffee. Gold, Ölschiefer und Schwefel sind die Bodenschätze der Provinz Cauca.
Mit über 200.000 Einwohner glänzt die Universitätsstadt Popayán, die auch die weiße Stadt genannt wird, auf 1.738 Meter Höhe mit kolonialer Architektur und ist bekannt für einen ausgelassenen Karneval und die Passionsprozessionen während der Karwoche.

Cesar (Valledupar)

Cesar liegt im Nordosten und grenzt an Venezuela. Neben Baumwolle ist der Reisanbau für die Landwirtschaft wichtig, ebenso die Viehzucht. Die Region verfügt außerdem über Öl- und Kohlevorkommen sowie Kalkstein.
Kolumbiens höchste Berge befinden sich unweit von Valledupar. Dennoch liegt die alte Stadt, die auch als die „Stadt der Heiligen Könige“ bezeichnet wird, nur auf 170 Meter über dem Meeresspiegel. Deshalb herrscht in der 300.000 Einwohner zählenden Metropole ein niederschlagsreiches und heißes Klima.

Chocó (Quibdó)

Chocó liegt im Nordwesten Kolumbiens und grenzt im Norden an Panama. Sie bietet als einzige kolumbianische Provinz Zugang zum Atlantik und Pazifik. Obgleich auch hier der Regenwald abgeholzt und im Boden nach Gold geschürft wird, ist Chocó noch dicht bewaldet und wartet mit schönen Strände auf, dem Naturpark Emberá sowie einigen Indio-Reservaten – ideal für Ökotourismus. Noch zählt die Region zu den ärmsten des Landes und ist eine der niederschlagsreichsten Regionen. Obwohl die Orte nur per Flugzeug erreichbar sind, ist die wichtigste Verkehrsader der Region ein Fluss, der wasserreichste der Welt, der Río Atrato. An dessen Ufer liegt die Hauptstadt Quibdó. Sehenswert sind die Kathedrale, der Konvent der Claretiner sowie der Palacio Municipal und Palacio Episcopal.

Córdoba (Montería)

Córdoba grenzt im Norden an das Karibische Meer. Ein Teil des Nationalparks Paramillo gehört zu Córdoba. Neben dem Abbau von Bodenschätzen wie beispielsweise Eisen, Nickel, Cobalt, Gips und Erdöl wird vor allem Rinderzucht betrieben und Bananen, Mais und Zuckerrohr angebaut.
Die Hauptstadt hat ca. 400.000 Einwohner, wurde im 18. Jahrhundert gegründet und ist eine wichtige Universitätsstadt. Sehenswert ist die im spanischen Kolonialstil erbaute Kathedrale San Jerónimo.

Cundinamarca (Bogotá)

Die Hauptstadt Bogota in Kolumbien

Bogota im Departamento Cudinamarca

Diese zentral gelegene Provinz umschließt die Hauptstadt Bogota und deren eigenen „Distrito Capital Santa Fe de Bogotá“.
Die Region gilt als das industrielle Zentrum Kolumbiens und wird beherrscht von der Erdöl-, Metall- und Holzindustrie.
Dennoch sind die Milchproduktion und der Anbau verschiedener landwirtschaftlicher Produkte wichtig für die ebenfalls hier beheimatete Lebensmittelindustrie. Aufgrund der enormen Bodenschätze wird nach Smaragden und Quarzen geschürft.
Cundinamarca liegt in den Bergen der Kordilleren und wird deshalb als das „Land des Andenkondors“ bezeichnet. Ein touristischer Anziehungspunkt ist die nahe gelegene unterirdische, illuminierte Salzkathedrale in Zipaquirá.

Guainía (Inírida)

Abgeschnitten vom kolumbianischen Straßennetz, grenzt Guainía an Venezuela im Osten und an Brasilien im Süden. In den bergigen Grenzgebieten werden Gold und Diamanten abgebaut, ferner leben die überwiegend indigenen Ureinwohner vom Jagen, dem Fischfang im Orinoco und der Landwirtschaft.
Die Hauptstadt Inírida wurde erst 1963 gegründet und hat etwa 20.000 Einwohner.

Guaviare (San José del Guaviare)

Guaviare liegt im Andenvorland der Ostkordelliere, mehr als 300 Kilometer südöstlich von Bogotá. Durch das Departement verläuft die kontinentale Hauptwasserscheide zwischen dem Orinoco und dem Amazonas. Neben Bergbau wird der Regenwald abgeholzt. Dennoch spielen auch der Anbau von Kakao und der Fischfang eine wirtschaftliche Rolle. Für Touristen ist ein Besuch des Parque Nacional Natural Chiribiquete empfehlenswert.
San José del Guaviare wurde erst 1910 aus einigen Indio-Siedlungen gegründet und nach dem gleichnamigen Fluss, an dessen Ufer sie liegt, benannt.

Huila (Neiva)

San Agustin in Kolumbien

Steinfigur im San Agustin im Departamento Huila

In der Provinz Huila im Südwesten entspringt der größte Strom Kolumbiens, der Río Magdalena. Trotz Erdöl- und Erdgasvorkommen spielen bislang nur die Landwirtschaft und die Rinderhaltung eine wirtschaftliche Rolle. Zusätzlich konnte sich das Kunsthandwerk etablieren, das auf die Herstellung von Hüten und Keramik spezialisiert ist. Nahe der Hauptstadt Neiva befindet sich der für Touristen interessante archäologische Park San Agustín, die Tatacoa-Wüste und der noch aktive Vulkan Nevado del Huila.
Das Klima in der Hauptstadt Neiva ist feuchtwarm. In der 1539 gegründeten Stadt leben heute rund 400.000 Einwohner am Ufer des Río Magdalena.

La Guajira (Ríohacha)

La Guajira liegt im Nordosten Kolumbiens an der Atlantikküste, im Südosten grenzt die Provinz an Venezuela. Trotz der Lage auf einer Halbinsel spielen weder der Fischfang noch die Meersalzgewinnung eine große Rolle. Auch Landwirtschaft gibt es nur wenig. Vor der Küste lagern große Erdgasvorkommen und an Land befindet sich die größte Kohlemine Lateinamerikas. Sehenswert sind die drei Nationalparks mit den höchsten Bergen Kolumbiens und die beeindruckende Flamingokolonie.
Die Hauptstadt Riohacha hat ca. 200.000 Einwohner und liegt an der Karibikküste. Sie war bereits im 16. Jahrhundert die Hauptstadt der Provinz des präkolumbianischen Königreiches Neugranada.

Magdalena (Santa Marta)

Magdalena befindet sich im Norden Kolumbiens und grenzt an den Atlantik. Der Name stammt vom größten Fluss der Provinz. Obwohl es Erdölvorkommen gibt, liegt der Wirtschaftsschwerpunkt auf der Landwirtschaft mit Anbau von Bananen, Reis, Tabak, Kaffee und Baumwolle. Touristen lieben das Karibische Meer mit seinem warmen Wasser und den bunten Korallenriffen. Als Kontrast findet sich in den Nationalparks der Provinz das höchste Küstengebirge der Welt mit schneebedeckten Gipfeln. Inzwischen gibt es etliche Orte, die sich auf den Tourismus spezialisiert haben.
Santa Marta ist die Hauptstadt mit einem internationalen Hafen und beherbergt rund 450.000 Einwohner.

Meta (Villavicencio)

Meta ist so groß wie Österreich und breitet sich in rund 300 Kilometer Entfernung in südlicher und östlicher Richtung von Bogotá aus. Das Tafelland ist prädestiniert für die Viehzucht und den Anbau von Feldfrüchten. Zwar gibt es eine Erdölförderung, doch die spielt eine untergeordnete Rolle.
Aus einem früheren Handelspunkt zwischen den Llanos und Bogotá ist die beachtliche Hauptstadt Villavicencio am Fluss Río Meta entstanden, in der heute rund 400.000 Menschen leben. Interessant für Besucher ist der Macarena-Nationalpark im Andenvorland.

Nariño (Pasto)

Las Lajas in Pasto

Die berühmte Kiche las Lajas in Kolumbien

Nariño liegt im Südwesten Kolumbiens und grenzt im Westen an den Pazifik und im Süden an Ecuador. Die Provinz lebt hauptsächlich vom Weizen- und Kartoffelanbau. Neben der Lebensmittelindustrie spielt die Möbelindustrie und das Kunsthandwerk eine wichtige Rolle, vor allem die traditionelle Lackiertechnik „Barniz de Pasto“, bei der mit dem Messer Verzierungen in das aufgetragene Harz eingearbeitet werden. Ansonsten zeigt sich die Universitätsstadt im kolonialen Baustil. Es gibt unzählige Kirchen und in der Nähe einen Ort mit präkolumbischer Kultur.
In Pasto leben rund 400.000 Einwohner. Sie befindet sich unweit des Vulkans Galeras. Besonders populär ist der „Karneval der Schwarzen und Weißen“ in Pasto – er zählt inzwischen zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe.

Norte de Santander (Cúcuta)

Die Provinz liegt im Nordosten Kolumbiens und grenzt im Norden und Osten an Venezuela. Die Region lebt vom Grenzverkehr mit Venezuela, vor allem in der Hauptstadt Cúcuta. Die Universitätsstadt ist mit knapp 800.000 Einwohnern die sechstgrößte Stadt des Landes. Trotz größerer Erdöl- und Kohlevorkommen liegt der Wirtschaftsschwerpunkt der Provinz auf Landwirtschaft und Viehzucht. Für Touristen sind der Naturpark Los Estoraques und der Nationalpark Tamá sehenswert.

Putumayo (Mocoa)

Putumayo liegt im Südwesten des Landes und grenzt im Süden an Ecuador und Perú. Aufgrund der mäßigen Bodenbeschaffenheit werden vorwiegend Mais, Reis, Zuckerrohr und Bananen angebaut. Dafür sind die Böden reich an Gold-, Silber- und Erdölvorkommen.
Empfehlenswert ist ein Besuch des Nationalparks La Paya. Die Hauptstadt Mocoa hat rund 40.000 Einwohner und befindet sich im dicht besiedeltem Westteil, unweit der Grenze zu Ecuador.

Quindío (Armenia)

panorama kaffeezone kolumbien

Ausblick in die Kaffeezone Kolumbiens

Die flächenmäßig kleinste Provinz Kolumbiens ist dicht besiedelt und liegt rund 300 km westlich von Bogotá. Die Bevölkerung lebt hauptsächlich von Landwirtschaft, Viehzucht sowie der lebensmittel- und lederverarbeitenden Industrie.
Armenia liegt zentral in der Provinz auf etwa 1.400 Meter Höhe. Hier liegt der Schwerpunkt auf dem Anbau von Kaffee. Sehenswert ist der Kaffee-Themenpark.

Risaralda (Pereira)

Risaralda befindet sich im Zentrum Kolumbiens und ist von sechs anderen Provinzen umgeben. Die Landwirtschaft konzentriert sich auf den Anbau von Kaffee und Zuckerrohr, Bananen und Maniok. Neben Baumaterial und Textil wird Leder verarbeitet und Fahrzeugzubehör hergestellt. Zur Provinz zählen Teile der Nationalparks Los Nevados und Tatamá.
Pereira liegt unweit der Vulkane Nevado del Tolima, Nevado del Ruiz und Santa Isabel. In der Universitätsstadt leben rund 450.000 Menschen. Sehenswert sind die vielen botanischen Gärten, der Zoo und einige Museen mit Werken kolumbianischer Künstler.

San Andrés und Providencia (San Andrés)

Die Inselgruppe besteht aus den drei größeren Inseln San Andrés, Providencia und Santa Catalina sowie einigen kleineren und befindet sich rund 200 km vor Nicaragua und etwa 800 km nordwestlich von Kolumbien.
Die etwa 70.000 Menschen der Hauptstadt San Andrés leben vom Handel und Tourismus. Die Landwirtschaft und der Fischfang dienen nur zur Selbstversorgung. Die Inseln entdeckte Christoph Kolumbus 1502.

Santander (Bucaramanga)

Barichara in Kolumbien

Barichara im Departamento Santander

Santander liegt im Nordosten Kolumbiens. Während im Norden der Provinz hauptsächlich Viehzucht betrieben wird, werden anderswo Tabak, Kakao und Früchte angebaut. Außerdem befindet sich die wichtigste Ölraffinerie Kolumbiens in der Provinz. Die Stadt San Gil gilt als die am besten touristisch erschlossene Stadt des Landes und bietet enorm spannende Freizeitunternehmungen mit Paragliding und Rafting. Das Dorf Barichara gilt als das schönste Dorf Kolumbiens mit seinem wunderschönen Kolonialstil. Die renommierte Universitätsstadt Bucaramanga zählt mittlerweile rund 600.000 Einwohner und lockt mit wunderschönen Parks.

Sucre (Sincelejo)

Die Provinz Sucre liegt im Norden Kolumbiens und grenzt an den Atlantik. In der Landwirtschaft dominiert die Viehzucht. Die Bevölkerung baut meist Tabak, Baumwolle und Mais an. Der Boden ist reich an Erdöl- und Erdgasvorkommen, dennoch gibt es wenig Industrie und nur das Kunsthandwerk.
In der Hauptstadt Sincelejo leben etwa 250.000 Einwohner.

Tolima (Ibagué)

Tolima befindet sich im Zentrum des Landes. Die Bevölkerung lebt von der Viehzucht und der Landwirtschaft. Neben Reis und Baumwolle werden auch Kaffee und Früchte angebaut und industriell weiterverarbeitet. In der Region wurden riesige Goldvorkommen entdeckt. Touristen besuchen gerne die Naturparks Las Hermosas und Parque de los Nevados.
Für viele der rund 500.000 Einwohner der Hauptstadt Ibagué spielt der Tourismus eine große Rolle, denn der Nationalpark mit seinen drei Vulkanen ist ein beliebtes Naherholungsgebiet der Bewohner Bogotás.

Valle del Cauca (Cali)

Die Provinz grenzt im Westen an den Pazifik und lebt vom Anbau von Zuckerrohr, Kaffee und Mais. Die Industrie, vor allem die chemische und pharmazeutische, hat sich um die Hauptstadt Cali angesiedelt.
Die mit über 2 Millionen Einwohnern drittgrößte Stadt des Landes gilt als eine der ältesten Städte Amerikas (1536). Die „Stadt des Salsa“ liegt in der Nähe des Äquators auf einer Höhe von 1.070 Meter. Für Touristen sind vor allem der Nationalpark Los Farallones de Cali, der See Calima und die imposante Cristo Rei-Statue in Cali von Bedeutung.

Vaupés (Mitú)

Vaupés liegt im Südosten Kolumbiens und grenzt im Osten an Brasilien. Weit ab vom Rest des Landes konzentriert sich die Bevölkerung auf Rinderhaltung und Landwirtschaft. Aufgrund der schlechten Böden leben sie neben dem Maisanbau vor allem von der Jagd und dem Fischfang. Auch das Abholzen der Wälder und der Bergbau tragen zum Lebensunterhalt der armen Bevölkerung bei. Beeindruckend sind die tosenden Stromschnellen Jirijirimo. Die Hauptstadt Mitú ist eine Kleinstadt mit rund 30.000 Einwohnern nahe der Grenze zu Brasilien.

Vichada (Puerto Carreño)

Vichada befindet sich im Osten des Landes und grenzt im Norden und Osten an Venezuela. Eine ertragreiche Landwirtschaft ist auf den minderwertigen Böden nur schwer möglich, deshalb werden Eisen und Uran abgebaut.
Die Hauptstadt Puerto Carreño wurde nach einem Präsidenten benannt und ist eher eine Kleinstadt mit etwa 15.000 Einwohnern.

Bogotá – (Distrito Capital)

Die Hauptstadt Kolumbiens liegt in der Mitte des Landes auf einem fruchtbaren Hochplateau in den Anden auf 2.640 Meter. Mehr als 6,8 Millionen Einwohner zählt das kulturelle und wirtschaftliche Herz Kolumbiens und eine Vielzahl von Museen, sakralen Bauten und Theatern erwartet die Besucher. Besonders das Goldmuseum und Monserrate sind Besuchermagneten. Darüber hinaus spektakuläre Aussichten, wie beispielsweise auf den 145 Meter hohen Wasserfall Tequendama. Abgesehen davon ist die Universitätsstadt der Verkehrsknotenpunkt für das gesamte Land.

2. Bevölkerung und Sprache

Kolumbiens kulturelle Wurzeln

Kolumbianer im Urlaub

Kolumbianische Bevölerung in der Guajira Wüste

Kolumbien ist mit seinen rund 48 Millionen Einwohnern nach Brasilien das bevölkerungsstärkste Land Südamerikas. Die Ureinwohner waren aus unzähligen verschiedenen Indianerstämmen hervorgegangen. Nur einige hinterließen nachhaltig ihre Spuren. Die Bildung der indigenen Völker orientierte sich an den geografischen Begebenheiten:

– In der Sierra Nevada de Santa Marta lebten die Tairona. Ihnen wird eine der ersten Stadtgründungen Südamerikas zugeschrieben, die Ciudad Perdida. Beeindruckend ist eine mehrtägige Tour mit einer finalen Etappe über 1.200 Felsenstufen hinauf zu der entlegenen Stadt.
– Auf den Hochplateaus der Ostkordillere hatten die Muisca ihre Heimat.
– Das heutigen Kaffeeanbaugebiet westlich der Zentralkordillere bevölkerten die Quimbaya.
– In dem Gebiet des Río Sinú waren die Sinú beheimatet.
– Außerdem gab es noch die alten Hochkulturen, die vor mehr als 4.000 Jahren gelebt haben, wie beispielsweise die Tierradentro, die für ihre bemalten Grabkammern bekannt sind und die geheimnisumwitterten Kulturen von San Agustin mit ihren lebensgroßen Steinskulpturen.

Mit der Kolonisation kamen zu der indigenen Bevölkerung zunächst die Spanier und die aus Afrika importierten Sklaven. Später folgten Einwanderer aus England, Frankreich, Irland und Italien sowie aus dem Libanon, Palästina und dem Nahen Osten.
Heute besteht die Bevölkerung aus einer Mischung dieser Gruppen. Mit 48 % machen die Mestizen den größten Teil der Bevölkerung aus. Sie sind die Nachfahren der Europäer und Indigenen. Daneben sind 30 % der Bevölkerung die Nachfahren der Europäer, die Weiße genannt werden. Mit rund 14 % sind die Mulatten und Kreolen die Nachfahren von Europäern und den afrikanischen Sklaven. Einen Bevölkerungsanteil von 4 % haben die reinen Afrikaner, während 3 % aus Verbindungen zwischen Afrikanern und Indigenen abstammen.
Trotz 102 indigenen Volksgruppen machen diese lediglich etwa 3 % der Bevölkerung aus.

Welche Sprachen werden in Kolumbien gesprochen?

Die offizielle Landessprache ist Spanisch und wird Castellano genannt. Sie unterscheidet sich etwas vom Spanischen. Dennoch gilt das kolumbianische Spanisch in der hispanischen Welt als vorbildlich – Kolumbianer, vor allem in der Region der Hauptstadt, sprechen akzentfreies Spanisch.

In der Schule ist Englisch zwar die erste Fremdsprache, doch in der Regel wird Englisch im Alltag nicht verwendet und oftmals auch nicht verstanden. In der Nähe von Universitäten und in den Urlaubszentren ist Englisch jedoch durchaus gebräuchlich. Auf den Karibikinseln San Andrés und Providencia wird in der Regel ein kreolisches Englisch gesprochen.

Trotz der spanischen Amtssprache existieren mehr als 60 indigene Sprachen im Land. Eine ganz besondere Sprache wird im Dorf San Basilio de Palenque gesprochen. Hier trifft man auf die einzige spanischbasierte Kreolsprache Lateinamerikas. Sie nennt sich Palenquero und wird von den Nachfahren entlaufener Sklaven gesprochen.

3. Die Vegetationsformen Kolumbiens und deren Fauna und Flora

Vegetation in Kolumbien

Vegetation im Amazonas von Kolumbien

Im nördlichen Teil des östlichen Tieflandes handelt es sich um Grasland mit vereinzelten kleinen Bäumen. Diese Region wird Llanos genannt und zählt zur Feuchtsavanne. Die größte Artenvielfalt findet sich in den tropischen Regenwäldern und Regionen der Kordillere bis 1.000 Meter. Außerdem gehören die pazifische Küstenebene sowie der Süden des östlichen Tieflandes zum heißen Land, wie die Tierra caliente auch genannt wird. Ihr folgt die Tierra templada mit Bergwäldern in den feuchtwarmen Höhenlagen. In einer Höhe ab 2.800 Meter gehen diese in die lichteren Nebelwälder über. Nach der Baumgrenze zwischen 3.200 und 3.600 Meter folgt der alpine Vegetationsraum in den Hochanden, Páramo genannt. Hier gedeihen Büschelgräser, viele verschiedene lebensgroße Korbblütler, Bromelien-Arten sowie Flechten und Moose.
Vor allem im südlichen Bereich des pazifischen Tieflandes befindet sich ein breiter Mangrovengürtel. Dagegen wachsen Mangroven an der Atlantikküste nur in den Mündungsdeltas der Flüsse Río Magdalena und Río Atrato. Die trockenste Gegend Kolumbiens ist die Dornstrauchsavanne auf der Halbinsel Guajira am Karibischen Meer.

Kolumbiens biologische Diversität ist beinahe grenzenlos. Weltweit liegt sie an erster Stelle in Bezug auf die meisten Vogelarten, Amphibien und Orchideen. Letztere lassen sich am besten im Süden von Leticia erkunden. Dort ist auch die Nationalblume, die Orchidee „Cattleya Trianae“ zu finden. Insgesamt sollen bis zu 55.000 Pflanzenarten in Kolumbien wachsen. Beeindruckend ist auch die Amazonas-Riesenseerose mit einer Blattspreite von bis zu drei Meter Durchmesser.

4. Kunst und Kultur

Die berühmtesten kolumbianischen Künstler

Street stall with hand-made souvenirs from Cartageny, Colombia

Verkaufsstand mit Kunst und Kultur aus Kolumbien

Zu den bekanntesten Malern und Bildhauern Kolumbiens zählt definitiv der noch lebende Künstler Fernando Botero. Er wurde am 19. April 1932 in Medellin geboren und begann im Alter von 12 Jahren mit dem Malen. Vier Jahre später stellte er erste Werke auf einer Ausstellung aus und verdiente sich seinen Lebensunterhalt als Designer und Illustrator. Bereits mit 30 Jahren hatte er seinen Stil bereits gefunden, einen, der von sehr beleibten Figuren lebt und in seinen Augen das Schöne widerspiegelt. Anscheinend war Botero mit dieser Meinung nicht alleine, denn er wurde damit weltbekannt. Viele seiner Werke sind in seiner Heimatstadt im Museo de Antioquia ausgestellt.

Der berühmteste kolumbianische Schriftsteller ist auch nach seinem Tod im Jahr 2014 Gabriel García Márquez, der von seinen Landsleuten liebevoll „Gabo“ genannt wird. Mit seinem herausragenden Werk „Hundert Jahre Einsamkeit“ erhielt er 1982 den Nobelpreis für Literatur und gelangte damit zu Weltruhm. Der Roman spielt in einem fiktiven Land und erzählt die 100-jährige Geschichte einer Familie über insgesamt sechs Generationen. Für viele Literaturwissenschaftler ist der Roman „eine Allegorie auf die Geschichte Lateinamerikas“. Geboren wurde Gabo 1927 in Aracataca und hatte zunächst mit einem Stipendium Jura studiert, bevor er sich der Literatur zuwendete. 1959 schrieb er auf Wunsch von Fidel Castro ein Buch über dessen siegreiche Revolution.

Tanz, Malerei und Kunsthandwerk

Tanz

Die Musik und die Tänze scheinen in Kolumbien ein Spiegelbild der Landschaft zu sein, denn sie zeigen sich ebenso abwechslungsreich. Kein Wunder, die unterschiedlichen Kulturen haben ihre Spuren hinterlassen. Tanzen bedeutet Leben – in Kolumbien mehr als anderswo – und ist fest verankert im kolumbianischen Kulturgut.
Einerseits gibt es die populären Tanzstile wie den Salsa, der sich größter Beliebtheit erfreut. Andererseits existieren auch Tanzstile, die durch die spanischen Einwanderer geprägt wurden, wie beispielsweise der Joropo, der vor allem in den Llanos besonders populär ist oder die Cumbia in den Andenregionen. Dabei handelt es sich um einen ursprünglichen Werbungstanz der afrikanischen Bevölkerung, vermischt mit indigenen Tanzelementen.
Ein absolutes Muss ist der Besuch eines kolumbianischen Festivals. Hier zeigt sich die Seele Kolumbiens in einem musikalischen Mix aus den verschiedenen Kulturen der letzten Jahrhunderte.

Malerei

Neben dem bereits erwähnten Fernando Botero erlangten vor allem die Werke der Maler Enrique Grau und Òmar Rayo internationalen Ruhm. Grau liebte es, seine indigenen, afrikanischen und weißen Figuren mit Gegenständen zu kombinieren. Rayo konzentrierte sich dagegen komplett auf die Darstellung geometrischer Kunst. Er nutzte indigene Muster und konstruierte daraus visuelle Labyrinthe.

Kunsthandwerk

Handgemachte Taschen in Kolumbien

Kunsthandwerk in Kolumbien

Das grüne Gold, wie der Smaragd in Kolumbien auch genannt wird, ist ein sehr beliebter Edelstein für alle Arten von Schmuck. Daneben gibt es selbstverständlich auch echten Goldschmuck. Schließlich beherrschten bereits präkolumbianische Hochkulturen vor Tausenden Jahren die Fertigkeit, äußerst filigranen Goldschmuck herzustellen.
Günstiger, aber nicht weniger schön, sind die bei Urlaubern sehr beliebten handgewebten Mochilas (Tasche, Rucksack oder Umhängebeutel) mit ihren einzigartigen Mustern oder die farbenprächtigen, bequemen Hängematten von der Guajiro-Halbinsel. Zum Nationalsymbol ist dagegen der Sombrero vueltiao avanciert, ein Hut mit einer extrem aufwendigen und langwierigen Herstellung.
Selbstverständlich werden auch Keramiken und Holzschnitzereien angeboten. In den Höhenzügen der Kordilleren überwiegen jedoch Produkte aus Schafwolle oder Leder.
Einzigartig sind Produkte mit der traditionellen Lackiertechnik „Barniz de Pasto“ aus der Stadt Pasto. Dabei werden in das aufgetragene Harz Verzierungen mit einem Messer eingearbeitet.

Kolumbiens geschütztes Natur- und Kulturgut

Kolumbiens UNESCO-Weltnaturstätten

– Der Nationalpark Los Katíos (1994) im Nordwesten Kolumbiens beherbergt eine ungewöhnlich artenreiche Flora und Fauna und gilt aufgrund seiner einzigartigen Lage und einigen bedrohten Tierarten als besonders gefährdet.

– Das Insel und Naturreservat Malpelo (2006) liegt mehr als 500 Kilometer vor Kolumbiens Pazifikküste. Tiefe Gewässer mit Steilwänden und Höhlen sind das Habitat einer unglaublichen maritimen Artenvielfalt, wie der riesigen Population von Hammerhaien, und machen es zu einem der spannendsten Tauchgebiete der Welt.

Kolumbiens UNESCO-Weltkulturstätten

– Der Hafen mit den mächtigen Befestigungsanlagen der Kolonialzeit in Cartagena (1984) wirkt einschüchternd. Dafür fühlen sich Besucher von der farbenprächtigen Altstadt angezogen und lieben es, dort zu flanieren und in den Geschäften einzukaufen.

Yellow tower of Santa Barbara church in Mompox, Colombia

Gelber Kirchturm der Santa Barbara Kirche in Mompox

– Das historische Zentrum von Santa Cruz de Mompox (1995) gleicht heute noch einer Kolonialstadt aus dem Jahr 1540, dem Jahr ihrer Gründung. Zahlreiche Kirchen prägen das Stadtbild, und der Gesang mit einem Dialog zwischen dem Chor und einer Einzelperson wird von hypnotisch wirkender Musik begleitet.

– Die Kaffee-Kulturlandschaft von Kolumbien (1995) befindet sich in der Westlichen und Zentralkordillere und reicht vom Flachland bis in die Höhenlagen. Interessant sind die Behausungen der Kaffeebauern, die für die Wände Zuckerrohr nutzen und für das Dach Tonplatten.

– Der Archäologische Park Tierradentro (1995): Die prähispanische Tierradentro-Kultur ist bekannt für ihre riesigen, tief in den Fels gehauenen Grabstätten mit den farbigen, geometrischen Mustern an den Wänden.

– Im Archäologischen Park San Agustín (1995) staunen die Besucher über die riesigen, religiösen Steinskulpturen – die größte Ansammlung dieser Art in Südamerika. Die San-Agustin-Kultur war eine präkolumbianische Hochkultur und existierte vom 33. Jahrhundert v. Chr. bis in das 16. Jahrhundert.

– Qhapaq Ñan – die Andenhauptstraße (2014); diese ehemalige 6.000 Kilometer lange Hauptverkehrsader der Inkas beginnt im Süden Kolumbiens und erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung bis nach Chile. Sie führte meist in einer Höhe von mehr als 3.500 Meter über ein äußerst schwieriges und abwechslungsreiches Terrain, teilweise bis in Höhen von 4.500 Meter.

Kolumbiens immaterielles UNESCO-Kulturerbe

Dies sind der beliebte Karneval in Barranquilla, der Kulturraum von San Basilio de Palenque, die Prozessionen während der Heiligen Woche in Popayán, der ausgelassene Carneval de Negros y Blancos, das Volk der Wayúu, die Marimba-Musik und die traditionellen Gesänge der kolumbianischen Südpazifik-Region, das traditionelle Wissen der Jaguarschamanen von Yuruparí und das Festival des Heiligen Franz von Assisi in Quibdó.

UNESCO-Biosphärenreservate

Außerdem existieren in Kolumbien fünf UNESCO-Biosphärenreservate, in denen der Mensch die Natur nicht nur ausbeutet, sondern sich als Teil der Region erkennt und um einen nachhaltigen Umgang bemüht ist, um eine ökologische und ökonomische Grundlage für zukünftige Generationen zu schaffen: El Tuparro (1979, 918.000 ha), Cinturón Andino (1979, 855.000 ha), Sierra Nevada de Santa Marta (1979, 2.115.800 ha), Ciénaga Grande de Santa Marta (2000, 493.150 ha) und Seaflower (2000, 30.000.000 ha).

5. Kolumbiens Nationalfeiertage

Feiertag am Karibikstrand in Kolumbien

Junge Kolumbianer verbringen ihren Feiertag am Strand

Feiertage, die mit einem Stern versehen sind, werden, falls sie nicht ohnehin auf einen Montag fallen, auf den darauffolgenden Montag verschoben. Damit erhält die arbeitende Bevölkerung ein sogenanntes Brückenwochenende. Durch mehrere dieser Brückenwochenenden erhöhen die Kolumbianer ihren jährlichen Urlaubsanspruch, den sie in der Regel zu Weihnachten in der Form eines verlängerten Urlaubs von zwei bis drei Wochen nehmen.
(Der kolumbianische Name des Feiertags steht in Klammern.)

1. Januar – Neujahr (Año Nuevo): Kolumbien feiert den ersten Tag des neuen Jahres.

6. Januar* – Dreikönigstag (Epifanía/3 Reyes Magos):
Der Feiertag wird traditionell abends im Kreis der Familie gefeiert und ein süßer, bunt verzierter Dreikönigskuchen verzehrt. Ursprünglich wurden an diesem Tag die Weihnachtsgeschenke übergeben, auch die der Paten, weshalb der 6. Januar früher der wichtigste Weihnachtsfeiertag war, vor allem für die Kinder. Sie stellten am Vorabend ihre Schuhe an die Fenster, zusammen mit einem Glas Likör und legten einen Keks für jeden der drei Könige dazu. Für deren Kamele oder Pferde stellten sie zusätzlich ein wenig Hafer oder Brot bereit. Heute wird Weihnachten am 25. Dezember gefeiert und die Geschenkübergabe erfolgt ebenfalls an diesem Tag.

19. März* – Sankt Josef (San José):
Es ist der Feiertag zu Ehren von Josef von Nazareth, einem Bauhandwerker und dem „Vater“ Jesu. Im Jahr 1870 erhob Papst Pius IX. den Zimmermann zum heiligen Josef und erklärte ihn zum Schutzpatron der katholischen Kirche. Der Feiertag fällt immer in die Fastenzeit und ist ein Tag der Abstinenz. An diesem Tag sollte auf Fleisch verzichtet werden.

Variables Datum – Gründonnerstag (Jueves Santo):
Der Feiertag findet immer zwischen dem 19. März und dem 22. April statt und zwar am fünften Tag der heiligen Woche, dem Donnerstag vor Ostern. Es ist der erste der drei Kar-Feiertage und soll an das letzte Abendmahl von Jesus Christus mit den Aposteln am Vorabend seiner Kreuzigung erinnern.

Variables Datum – Karfreitag (Viernes Santo):
Es ist der zweite Kar-Feiertag der dreitägigen Osterfeier, die auch als die „heiligen drei Tage“ bezeichnet werden. Die Feier beginnt bereits mit der Messe vom letzten Abendmahl am Vorabend, am Abend des Gründonnerstags. Der Karfreitag ist der Tag des Leidens und Sterbens Jesu Christi. Der darauffolgende Kar-Samstag ist der Tag der Grabesruhe Jesu Christi. Die dreitägige Osterfeier endet mit der Auferstehung Jesu Christi am Ostersonntag.
„Kar“ steht für das althochdeutsche Wort „kara“, das beklagen oder trauern bedeutet. Der Tag wird zu Ehren der Kreuzigung Jesu Christi gefeiert. Er gilt in der katholischen Kirche als Fast- und Abstinenztag.

1. Mai – Tag der Arbeit (Día del Trabajo):
Dieser Feiertag wird zu Ehren der Arbeiter gefeiert, die tagtäglich ihren Einsatz für die Gesellschaft erbringen und für diejenigen, die für die Rechte der Arbeiterbewegung während der Zeit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert eingetreten sind und auch für die, die in der heutigen Zeit noch für die Rechte der Arbeitnehmer eintreten. In Kolumbien marschieren Mitglieder der Gewerkschaften durch die Hauptstraßen der Hauptstadt und erinnern dabei an die Grundrechte der Bürger und plädieren für eine gerechte Entlohnung ihrer Arbeit.

Variables Datum* – Christi Himmelfahrt (Ascensión del Señor):
Der Tag wird zum Gedenken an die Rückkehr Jesu Christi als Sohn Gottes zu seinem Vater in den Himmel gefeiert. Christi Himmelfahrt findet normalerweise genau 39 Tage nach dem Ostersonntag statt, also am 40. Tag des Osterfestkreises. Der Termin für Christi Himmelfahrt fällt immer in die Zeit zwischen dem 30. April und dem 3. Juni und immer auf einen Donnerstag. In Kolumbien wird der Feiertag jedoch auf den darauffolgenden Montag verschoben.

Variables Datum* – Fronleichnam (Corpus Christi):
An Fronleichnam beziehungsweise dem „Fest des heiligen Leibes und Blutes Christi“ wird seiner realen Präsenz während der Eucharistie, dem Abendmahl, gedacht. Er ist während der Zeremonie, der Gabe von Brot und Wein, anwesend und gegenwärtig, wenn das Ereignis seines Sterbens und der Auferstehung als Heil mit der Hoffnung auf Erlösung verkündet wird.

Variables Datum* – Herz-Jesu-Fest (Sagrado Corazón):
Das Herz-Jesu-Fest findet üblicherweise 68 Tage nach dem Ostersonntag statt. In Kolumbien wird es – wie andere Feiertage – auf den darauffolgenden Montag verschoben.
Die Liebe Jesu Christi gegenüber seinen Nächsten war unendlich und ihm sollen wir nacheifern. Das von einer römischen Lanze durchbohrte Herz Jesu Christi steht als Symbol für Menschen, die fühlen, die leiden, die ein Herz für andere haben, die verletzlich sind und die fähig sind zu lieben. Einfach ausgedrückt: Das Herz Jesu Christi steht für die grenzenlose Liebe der Menschen und daran soll an diesem Tag erinnert werden.

17.–18. Juni* – Vatertag (Día del Padre):
An diesem Feiertag wird der Vaterschaft und dem Einfluss der Menschen auf das Leben ihrer Kinder gedacht. Das Fest ist den Eltern und auch der Familie gewidmet. Meist bekommen die Väter kleine Geschenke an diesem Tag. In der Regel findet dieses Fest am dritten Sonntag im Juni statt. In Kolumbien wird auch dieser Feiertag auf den darauffolgenden Montag verschoben.

29. Juni – Heiliger Peter und Paul (San Pedro y San Pablo):
Bei dem Heiligen Peter handelt es sich um Simon Petrus und hinter dem Heiligen Paul steht Paulus von Taraus. Sie waren beide Apostel Jesu Christi und die Gründer der katholischen Kirche in Rom. Sie verbreiteten unter großen persönlichen Anstrengungen und trotz der Anfeindungen vieler Gruppen die Botschaft Jesu Christi. Petrus war der erste Bischof der katholischen Kirche in Rom. Paulus dagegen war ein unermüdlicher Prediger, der den gesamten Mittelmeerraum bereiste, um die Botschaft Jesu Christi zu verbreiten. Gedacht wird den beiden Vorreitern der katholischen Kirche an ihrem überlieferten Todestag.

20. Juli – Tag der Unabhängigkeit (Día de la Independencia):
An diesem Nationalfeiertag wird der Unabhängigkeit des Landes gedacht. Seit der französischen Invasion in Spanien durch Napoleon Bonaparte im Jahr 1808 sahen sich die Kolumbianer ermutigt, sich vom spanischen Kolonialherrn zu trennen.
Der tatsächliche Auslöser war angeblich ein Streit um eine Blumenvase am 20. Juli, einem Markttag in Bogotá. Der Spanier José González Llorente hatte sich geweigert, die Vase einigen amerikanischen Patrioten zu überlassen, um die sie ihn gebeten hatten. Seine Weigerung wurde von ihnen als Affront empfunden. Daraufhin eskalierte die Situation und Kolumbiens Unabhängigkeitskampf gegen Spanien begann. Dieser erstreckte sich über eine längere Zeit und erfolgte in Etappen. Die erste begann 1810 und endete 1816 mit einer Niederlage, denn die Spanier eroberten die bereits „befreiten“ Gebiete wieder zurück. Erst 1819 gelang es, die spanische Herrschaft endgültig zu beenden.

7. August – Tag der Befreiung (Batalla de Boyacá):
Dieser Nationalfeiertag steht ganz im Gedenken an die alles entscheidende Schlacht um die Unabhängigkeit in den Anden – die Schlacht von Boyacá. Der Sieg ist nur der Ausdauer und dem Einsatz vieler ehrgeiziger Männer zu verdanken, so dass es Kolumbien nach einem langen und aufreibenden Kampf letztendlich doch noch geschafft hatte, sich den spanischen Herrschern für immer zu entziehen. Einer der größten Helden dieses Unabhängigkeitskampfes war Simon Bolivar.

15. August – Mariä Himmelfahrt (Asunción de la Virgen):
Gedacht wird der Jungfrau Maria, die nach dem Ende ihres irdischen Lebens mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen wurde.

12. Oktober* – Kolumbus Tag (Día de la Raza/Día de Cristobal Colon):
Es ist der Tag der Entdeckung Amerikas im Jahr 1492 durch Christoph Kolumbus. Speziell in Kolumbien markiert dieses Datum die Geburtsstunde einer neuen amerikanischen Identität, indem sich die Kultur der indigenen Ureinwohner mit der spanischen Kultur vermischte oder sogar komplett verdrängt wurde. Dieser Tag markierte gleichzeitig auch den Beginn einer Geschichte langen Widerstandes gegen die unerwünschte Kolonialmacht.

1. November* – Allerheiligen (Día de Todos los Santos):
An Allerheiligen wird allen Heiligen gedacht, auch jenen, die Gutes getan haben und nicht heilig gesprochen wurden. Es wird aber auch jenen gedacht, die sich zwar durch gute Taten und Nächstenliebe verdient gemacht haben, von denen jedoch nur Gott weiß.

11. November* – Unabhängigkeit von Cartagena (Independencia de Cartagen):
An diesem Tag wird der Unabhängigkeit der Stadt Cartagena de Indias gedacht, die am 11. November 1811 ihre absolute Unabhängigkeit von Spanien erklärte. Dank des strategisch wichtigen Hafens waren die Spanier darüber wenig erfreut. Aufgrund der guten strategischen Lage und der von den Spaniern errichteten mächtigen Befestigungsanlagen wurde Cartagena das erste autonome Gebiet des heutigen Kolumbiens und hatte eine Art Vorbildfunktion für die anderen Regionen.

8. Dezember* – Maria Empfängnis (Inmaculada Concepción):
Bei der „Unbefleckten Empfängnis“ handelt es sich um ein Dogma der katholischen Kirche. Maria wurde von ihren Eltern Anna und Joachim auf natürliche Weise gezeugt, empfangen und geboren. Dabei blieb sie als die zukünftige Gottesmutter frei von der Erbsünde, da die Taten und das Leben Jesu Christi vorherbestimmt waren.
Die Feierlichkeiten zum Gedenken an Maria Empfängnis beginnen bereits am Vorabend mit der Nacht der Kerzen, die bis etwa 7 Uhr morgens dauert. In vielen Orten Kolumbiens sind dann prächtige Illuminationen in den Straßen und Häusern zu sehen.

25. Dezember – Weihnachten (Navidad):
Mit dem Fest gedenken die Gläubigen der Geburt Jesu in Bethlehem. Wie in den meisten katholisch geprägten Ländern ist dies auch in Kolumbien eines der wichtigsten religiösen Feste. Nach der Novene teilen sich die Familien am Abend des 24. Dezember das traditionell sehr üppige Weihnachtsessen. Übergab man die Geschenke früher erst am 6. Januar, ist es heute üblich, die Geschenke kurz nach Mitternacht zu übergeben und zwar als Symbol der Liebe zu den Angehörigen. Die restliche Zeit verbringen die Familien vereint und in Frieden. Sie meditieren und zeigen ihre Zuneigung und Dankbarkeit, um die Beziehungen zueinander zu stärken. In der Regel sparen sich die Arbeitnehmer ihre wenigen Urlaubstage des Jahres für einen zwei- oder dreiwöchigen Urlaub zu Weihnachten auf.

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